Forschungsnetzwerk „Kritische Methodologie“

Kurzbeschreibung für das Forschungsnetzwerk „Kritische Methodologie“

Das Forschungsnetzwerk „Kritische Methodologie“ versteht sich als kritisches Instrument der KWG. (Selbst)reflexiv untersucht werden die methodischen Grundlagen der KWG-Arbeit in den Sektionen, Workshops und Forschungsnetzwerken, wie sie im Selbstverständnis der ForscherInnen vorgestellt, wie sie begründet oder aus der methodologischen Literatur hergeleitet und – im Verhältnis dazu – wie sie tatsächlich angewandt werden (Methodentransparenz).
In einer pluralistisch ausgerichteten Wissenschaft werden Forschungsarbeiten durch methodische Paradigmen, Matrizen und Ideale strukturiert oder auch dekonstruiert: Gibt es eine kulturwissenschaftliche Gemeinsamkeit in der Methodik oder transferieren die WissenschaftlerInnen ihre Methoden aus ihren Herkunftswissenschaften? Lassen sich Indikatoren dafür ausmachen, wer welchen Gegenstand in welcher Hinsicht markiert und erforscht?

Konzept des Forschungsnetzwerks „Kritische Methodologie“

1. Das Forschungsnetzwerk „Kritische Methodologie“

Das Forschungsnetzwerk „Kritische Methodologie“ versteht sich als kritisches Instrument der KWG. (Selbst)reflexiv untersucht werden die methodischen Grundlagen der KWG-Arbeit in den Sektionen, Workshops und Forschungsnetzwerken, wie sie im Selbstverständnis der ForscherInnen vorgestellt, wie sie begründet oder aus der methodologischen Literatur hergeleitet und – im Verhältnis dazu – wie sie tatsächlich angewandt werden (Stichwort Methodentransparenz).
In einer pluralistisch ausgerichteten Wissenschaft werden Forschungsarbeiten durch methodische Paradigmen, Matrizen und Ideale strukturiert oder auch dekonstruiert: Gibt es eine kulturwissenschaftliche Gemeinsamkeit in der Methodik oder transferieren die WissenschaftlerInnen ihre Methoden aus ihren Herkunftswissenschaften? Lassen sich Indikatoren dafür ausmachen, wer welchen Gegenstand in welcher Hinsicht markiert und erforscht?
Die Kritische Methodologie soll sowohl hermeneutische und textualistische als auch analytische und empirische, auf kulturelle Praktiken ausgerichtete Methoden einbeziehen. Gleichermaßen wird also in einer methodologischen Taxonomie die Erste-Person-Perspektive der WissenschaftlerInnen – ggf. unter Annahme anthropologischer Charakteristika oder unter Annahme der Unbestimmtheit des menschlichen Subjekts – wie auch die Dritte-Person-Perspektive unter Forderung nach Sparsamkeit (Parsimonität) und unter Wahrung der größtmöglichen Erklärungsreichweite berücksichtigt.
Die Erstellung einer kritischen Methodologie der Kulturwissenschaften ist ein über die konkrete Arbeit der KWG hinausreichendes Desiderat, zu dessen Einlösung das Forschungsnetzwerk beitragen möchte.

2. Auf der Basis dieser einführenden Überlegungen initiiert das Forschungsnetzwerk „Kritische Methodologie“ zwei konkrete Projekte:

A. Survey zur Erfassung der tatsächlichen Vorstellungen aller KWG-Mitglieder:

  1. wie sie in welcher Sektion der KWG arbeiten möchten (mit Rückführung der Auswertungen in die Sektionen) und
  2. wie sie in ihrer Herkunftswissenschaft arbeiten (ggf. mit Begründung eines Imports in die KWG oder gar der Abweichung zwischen Methoden, Idealen, Gegenständen)

Ziel: eine klare methodologische Konturierung der Forschungen in der KWG

B. Grundlegung der Kulturwissenschaftlichen Methodologie durch eine pragmatistische Reflexion (offener Forschungsprozess; interdisziplinäre Forschungslandschaft; Pluralität der Kulturwissenschaften als Stärke des Forschungsansatzes bei einheitlichem Ideal „Kulturwissenschaft“)

Diese Projekte werden in der konstituierenden Sitzung im Rahmen des Panels „Kritische Methodologie“ auf der KWG-Jahrestagung in Vechta näher erläutert und zur Diskussion gestellt. Die Moderation übernehmen Frau Gernalzick, Herr Moskopp und Frau Schäfer-Wünsche.

3. Einbindung des Forschungsnetzwerks in die KWG

Das Netzwerk setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit den Sektionen, wobei die Aufgabe der Methodologie zunächst lediglich als rezeptiv zu sehen ist und eine Katalogisierung, nicht aber eine normative Kanonisierung betrieben wird. Die Mitglieder des Netzwerks sind durch regelmäßigen Mailkontakt und durch eine bereits organisierte Arbeitsteilung an den hier vorgestellten Projekten – durchaus auch im Rahmen ihrer sonstigen Sektionsangehörigkeit – beteiligt.

4. Kontaktpersonen

PD Dr. Nadja Gernalzick, gernalzick@uni-mainz.de
Dr. Werner Moskopp, wmoskopp@uni-koblenz.de
PD Dr. Elisabeth Schäfer-Wünsche, esw@uni-bonn.de

5. Gründungsmitglieder
Dagmar Bruss
Philipp Dreesen
Nadja Gernalzick
Sandra Kuhlhüser
Wolf-Andreas Liebert
Werner Moskopp
Esther Oluffa Pedersen
Elisabeth Schäfer-Wünsche