Medienkulturen | Kulturmedien

Kurzbeschreibung

Die Sektion versteht sich als offenes Diskussionsforum und innovatives transdisziplinäres Netzwerk für alle Forscher_innen, die sich theoretisch, methodologisch und empirisch-analytisch mit dem wechselseitigen Verhältnis von Medien und Kultur(en) beschäftigen. Sie hat zum Ziel, einen ebenso transdisziplinären wie zugleich genuin kulturwissenschaftlichen Zugriff auf Medien verschiedenster Art gemeinsam zu entwickeln, um deren gesellschaftliche Bedeutung und ihre strukturellen Rahmenbedingungen präzise zu erfassen – in Form von Grundlagenforschung, aber auch in angewandter Perspektive.

Die Sektion sieht dabei ihr theoretisches Fundament im Zusammenspiel von Kulturtheorie, Medientheorie und Diskurstheorie. Der Sektionstitel »Medienkulturen | Kulturmedien« soll das wechselseitige Bedingungsverhältnis von Medien(wandel) und Kultur(wandel) ausdrücken, das im Mittelpunkt der Sektionsarbeit steht. Solche Prozesse sowohl kulturtheoretisch zu reflektieren, historisch herzuleiten als auch systematisch und datengeleitet zu rekonstruieren, ist eine zentrale Aufgabe der Sektion – in einem Spannungsfeld zwischen handlungstheoretisch fundierter Analyse des Medienhandelns einzelner Akteure bzw. Gruppen und einer diskursanalytisch geprägten Betrachtung systemischer Prozesse, in der die ›Eigenlogiken‹ der jeweiligen Medien, Diskurse und Dispositive stärkeres Gewicht erhalten.

Die Sektionsarbeit umfasst zum einen die Beteiligung an den Jahrestagungen der KWG durch Workshops oder die Präsentation von Fachvorträgen, zum anderen aber auch eine rege Tätigkeit zwischen den Tagungen durch eigene Symposien und Publikationsprojekte. Zudem soll die Sektion die Vorbereitung gemeinsamer transdisziplinärer Forschungsprojekte anstoßen.

An einer Mitarbeit interessierte Forschende sind gebeten, sich über das Formular auf der Website für den Ersten Kongress der KWG in Lüneburg anzumelden; konkrete Arbeitsformate werden am ersten Kongress entwickelt.

Kontakt:
Prof. Dr. Michael Klemm (Universität Koblenz-Landau), klemm(at)uni-koblenz.de


Konzeptpapier

Die Sektion versteht sich als offenes Diskussionsforum und innovatives transdisziplinäres Netzwerk für alle Forscher_innen, die sich theoretisch, methodologisch und empirisch-analytisch mit dem wechselseitigen Verhältnis von Medien und Kultur(en) beschäftigen. Die Sektion möchte Vertreter_innen verschiedenster Disziplinen und Ansätze vereinen und unterscheidet sich von Mediensektionen anderer Fachgesellschaften durch ihren Fokus auf spezifisch medienkulturelle Fragestellungen – zum Beispiel: Wie beeinfluss(t)en Medien unterschiedlichster Art in Geschichte wie Gegenwart die Entwicklung und den Wandel von Kulturen und Gesellschaften? Wie eigne(te)n sich Menschen Medien in Alltag und Beruf an? Wie veränder(te)n Medien – mitunter auch gegen den Willen der Beteiligten – die individuellen wie kulturellen Praktiken unseres Zusammenlebens (u.a. zuhause, im städtischen Kontext, in globalen Zusammenhängen) oder auch unserer kollektiven Erinnerung? Welchen Einfluss nehmen Medien auf komplexe soziale und kulturelle Systeme wie z.B. Politik, Wirtschaft, Wissenschaft oder Kunst und deren Diskurse? Wie unterscheiden sich die skizzierten Phänomene interkulturell, welche transkulturellen Tendenzen lassen sich identifizieren? Die Sektion hat zum Ziel, einen ebenso transdisziplinären wie zugleich genuin kulturwissenschaftlichen Zugriff auf Medien verschiedenster Art gemeinsam zu entwickeln, um deren gesellschaftliche Bedeutung und ihre strukturellen Rahmenbedingungen präzise zu erfassen – in Form von Grundlagenforschung, aber auch in angewandter Perspektive.

Die Sektion sieht dabei ihr theoretisches Fundament im Zusammenspiel von Kulturtheorie, Medientheorie und Diskurstheorie. Der Sektionstitel »Medienkulturen | Kulturmedien« soll das wechselseitige Bedingungsverhältnis von Medien(wandel) und Kultur(wandel) ausdrücken, das im Mittelpunkt der Sektionsarbeit steht. Ebenso wie kulturelle Praktiken (heute mehr denn je) auf mediale Strukturen angewiesen sind, reflektieren und prägen Medien und deren Nutzungspraktiken soziokulturelle Rahmenbedingungen – und dies seit Beginn der Medienentwicklung. Medien entstanden aufgrund sozialer und kultureller Bedürfnisse und veränderten diese wiederum. Jedes Medium hat schon zu seiner Entstehungszeit die Gesellschaft und deren (Medien-)Kultur beeinflusst, mal graduell, mal grundlegend. Seit der Antike sorgten Individual-, Meso- wie Massenmedien und die damit verbundenen Kulturtechniken immer wieder für Entwicklungsschübe, deren Ausmaß und Auswirkungen es zu reflektieren galt und gilt: Schrift und Druck (»Gutenberg-Galaxis«) revolutionierten die Gesellschaft ebenso wie Telegraphie, Fotografie oder die elektronischen, audiovisuellen Medien und zuletzt das Internet und das Smartphone. Heute diskutieren wir die Beschleunigung, »Virtualisierung«, Globalisierung und ›Mediatisierung‹/›Medialisierung‹ des Lebens in den Zeiten digitaler und mobiler transkultureller Netzkommunikation. Solche Prozesse sowohl philosophisch-theoretisch zu reflektieren, historisch herzuleiten als auch systematisch und datengeleitet zu rekonstruieren, ist eine zentrale Aufgabe der Sektion – in einem Spannungsfeld zwischen handlungstheoretisch fundierter Analyse des Medienhandelns einzelner Akteure bzw. Gruppen und einer diskursanalytisch geprägten Betrachtung systemischer Prozesse, in der die ›Eigenlogiken‹ der jeweiligen Medien, Diskurse und Dispositive ein stärkeres Gewicht erhalten. Auch im Hinblick auf die problematischen, widersprüchlichen, unvorhersehbaren Folgen des Medien- und Kulturwandels, die sich quasi hinter dem Rücken der Beteiligten einstellen.

Medien egal welchen Typs waren immer schon mehr als bloße technische Apparaturen – ihre Untersuchung umfasste stets zeitgeschichtliche, soziale, kulturelle, ökonomische, organisationale, semiologische, sprachlich-kommunikative und noch weitere Aspekte. Es geht der Sektion deshalb gerade nicht um eine aufs Technische verkürzte Eingrenzung des Medienbegriffs, sondern um die transdisziplinäre und möglichst holistische Erforschung von Medien in deren vielfältigen kulturellen Kontexten: als einflussreiche Dispositive, als komplexe Infrastrukturen, als differenzierte Kommunikationsformen. Dies verlangt, jenseits konkreter Kom­munikationen auch die jeweilige Medialität und Materialität reflektiert zu erforschen und die spezifischen Möglichkeiten und Grenzen des Mediums bzw. Medien-Ensembles auch theoretisch zu erfassen. Im Mittelpunkt steht dabei der Einfluss von Medien auf unsere gegenwärtige ›mediatisierte‹ bzw. ›medialisierte‹ Alltags- und Berufswelt und deren neue Herausforderungen – aber stets in profunder Kenntnis historischer Entwicklungs- und Wandelprozesse.

Aufgaben bzw. Ziele der Sektionsarbeit sind u.a.:

  • in theoretischer Perspektive die Diskussion so zentraler wie permanentem Wandel unterworfener Konzepte wie u.a. ›Medium‹, ›Medialität‹, ›Medienkultur‹ oder ›Mediatisierung‹ / ‹Medialisierung‹
  • in methodologischer Hinsicht die Diskussion (der Angemessenheit) vor allem qualitativer, aber bei Bedarf auch quantitativer Methoden (z.B. bei der Analyse heutiger Big Data) für die Erforschung der oben skizzierten medienkulturellen Prozesse
  • in empirischer Hinsicht die detaillierte und differenzierte Analyse und Interpretation des wechselseitigen Verhältnisses von Kultur und Medien in diversen Anwendungsfeldern.

Neben einer Verständigung über Theorien, Begriffe und Methoden einer spezifisch kulturwissenschaftlichen Medienforschung soll es in der Sektion auch um die Erarbeitung zukunfts­trächtiger Anwendungsfelder gehen. Besonderes Interesse besteht dabei an Struktur-Funk­tion-Zusammenhängen, ob man diese nun unter Konzepten wie ›Medialität‹, ›Materialität‹, ›Kommunikationsform‹, ›Infrastruktur‹, ›Dispositiv‹ o.Ä. fasst. Zentral ist zudem zu klären, was man in welchen Kontexten unter ›Medienkultur‹ versteht und warum welche ›medialen Praktiken‹ mit welchen kulturellen Folgen damit verbunden sind. ›Medienkultur‹ und Medienkommunikation kann dabei aus verschiedensten Perspektiven beleuchtet und in unterschiedlichsten Domänen untersucht werden: als Produktionsforschung (z.B. journalistische Redaktionskulturen oder alltägliche Praktiken der Social-Media-Kommunikation), als Produkt-/Kommunikationsforschung (z.B. multimodale Text- und Diskursanalyse), als Rezeptionsforschung (z.B. Medienaneignungs- und Mediatisierungsforschung), wobei alle Teilprozesse heute zunehmend zusammenwirken. Im Fokus steht zudem die Analyse von soziokulturell relevanten Diskursen und den diesen jeweils zu Grunde liegenden Dispositiven, um den Zusammenhang von Medium und Kultur grundlegend zu erfassen. Dabei können – auf der Grundlage eines reflektierten Kulturbegriffs – kulturtypische Medienpraktiken und Kom­munikate ebenso fokussiert werden wie transkulturelle Phänomene (etwa im Kontext einer glokalisierten Netzwerkgesellschaft im Sinne von Castells).

Die Sektionsarbeit umfasst zum einen die Beteiligung an den Jahrestagungen der KWG durch Workshops oder die Präsentation von Fachvorträgen, zum anderen aber auch eine rege Tätigkeit zwischen den Tagungen durch eigene Symposien und Publikationsprojekte. Zudem soll die Sektion die Vorbereitung gemeinsamer transdisziplinärer Forschungsprojekte anstoßen.

Die Sektion sieht sich anschlussfähig an andere KWG-Sektionen, u.a. zur »Kulturwissenschaftlichen Ästhetik«, zu »Sprache und kommunikative Praktiken«, zu »Wissenskulturen«.

An einer Mitarbeit interessierte Forschende sind gebeten, sich über das Formular auf der Website für den Ersten Kongress der KWG in Lüneburg anzumelden; konkrete Arbeitsformate werden am ersten Kongress entwickelt.

Kontakt:
Prof. Dr. Michael Klemm (Universität Koblenz-Landau), klemm(at)uni-koblenz.de